Abschied.

Die vergangenen Tage bestanden aus Packen von Kisten, Verstauen von sperrigen Lampen, Verschenken von überflüssigen Dingen. Mehr als drei IKEA Besuchen zum Holen von Kisten. Da sich nach dem Packen der eben erst geholten Boxen, immer wieder herausstellte das die noch zu verpackenden Dinge scheinbar nicht weniger werden wollten. Es war grausam. Da hatten wir nun wirklich eine verhältnismäßig kleine Wohnung, viel Möbel verkauft und trotzdem schienen wir mehr Dinge zu besitzen als wir je genutzt hatten. Und all diese Dinge mussten auch noch aus der Wohnung raus und in das Haus meiner Schwiegereltern reinpassen. – Doch das war tatsächlich dann kein großes Problem. 

Durch all das Packen, Organisieren und Deponieren hatte ich jedoch keinen Gedanken daran verwendet, das es ja sehr bald losgeht. Das wir nicht mehr Wochen hier zubringen werden, sondern auch schon sehr bald ausreisen werden. Und im September nur für einen kurzen Zwischenstopp wiederkommen würden. Alle fragten: Wie geht es euch? Seid ihr aufgeregt auf Reisen zu gehen? Fällt euch der Abschied schwer? – Und ich? Ich zuckte meist mit den Achseln. Dafür hatte ich keinen Kopf. Tagsüber war ich damit beschäftigt mich um die Punkte meiner To-Do Liste zu kümmern und Abends fiel ich meist total müde ins Bett. Oder wir gingen nochmal mit Freunden was Essen. Nochmals Zeit miteinander verbringen, aber auch da sprachen wir meist über alltägliches. Oder wie es läuft mit dem Wohnung ausräumen. Kaum Worte des Abschieds. Doch ich glaube, das lag nicht nur an mir. Sondern auch an der Tatsache, das der kommende Zeitraum auch schwer vorstellbar war. Auch weil ich selbst nicht richtig wusste, was es bedeutet, über mehrere Monate oder vielleicht auch Jahre, nicht mehr dort zu wohnen, wo wir die letzten Jahre verbracht hatten. Ich, für meinen Teil, die vergangenen 6,5 Jahre- hatte studiert, meinen Mann kennen gelernt, geheiratet, eine 2. Ausbildung absolviert und viele liebenswerte Menschen kennen gelernt. Aber mir einen noch nicht absehbaren Zeitraum ohne all das vorzustellen, das konnte ich nicht. Kann es noch nicht. Das ist auch in Ordnung. Weil wir verbunden bleiben werden. Ja, sicher, es wird mir fehlen, nicht spontan mal zusammen was zu Essen, einfach mal bei einer Freundin vorbei zu kommen. Und mir werden viele Momente fehlen, in denen wir versuchten mit Gottes Kraft die Welt zu verändern, Gemeinde neu zu gestalten. Doch es geht weiter. Und auch wenn es ein Abschied auf unbestimmte Zeit ist, so ist es auch ein Anfang. Für etwas Neues, Überraschendes. Und darauf bin ich gespannt, freue mich und ich möchte unvoreingenommen sein bei allem was kommt. Weil Leben einfach schön ist. 

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