Die Hunde von Baskerville

Eigentlich wollte ich euch diese Geschichte nicht unbedingt mitteilen, aber so rückblickend ist es auch wieder ein bisschen witzig. Sie hat mit dieser Unterkunft in Pécs zu tun. Und mit jeder Menge Angst und Hundesabber. Begonnen hat das Ganze mit der Suche nach einer Unterkunft. Ben fragte, ob es okay ist wenn es in unserer Unterkunft auch Haustiere gibt. Da ich Haustiere eigentlich ganz gern mag, sagte ich: Ja klar, gar kein Problem. Wenn ich gewusst hätte was kommt, dann hätte ich vermutlich auf eine Andere Unterbringung bestanden, – doch dann hätte ich jetzt auch nichts zu erzählen. 

Sarah und Ben auf Kathedrale Peter Paul

Wir wurden von unserer Gastgeberin sogar vom Zentralen Busbahnhof abgeholt. Mit dem Auto ging es dann in wenigen Minuten zu ihrem Haus. Sie fragte, ob wir wissen, dass sie Hunde hat und ob das okay ist. Da wir uns ja auf Haustiere eingestellt hatten, be -Ja- ten wir diese Frage. Wir erkundigten uns, was sie denn für Hunde hätte- und sie meinte einen Boxer und dann nannte sie noch eine Rasse, die ich nicht kannte. Daraufhin sagte Ben: „Die sind also nicht so groß, oder?“ …und dann lachte sie, und meinte „Wie heißt das Junge einer Kuh?“ Sie meinte, sie nennen den anderen Hund also Kalb. Wegen der Größe. Ich dachte nur: hmm. Scheint spannend zu werden. Der zweite Beisatz, den man vermutlich von allen Hundebesitzern kommt, „Die sind aber lieb“ kam natürlich.

Angekommen wurden wir voller Vorfreude von den Beiden Hunden begrüßt. Da das „Kalb“ tatsächlich etwas größer war, und überall herum suchte, roch und sabberte, hatte man immer etwas Angst direkt umgeworfen zu werden. Die beiden schienen nicht so viel Aufmerksamkeit zu bekommen, so sehr wie sie sich jetzt über unsere Ankunft freuten. Wobei der Boxer auch hier und da mal ein Knurren von sich gab. Wir mussten uns auf jeden Fall beeilen das Tor zu schließen bevor einer der beiden Hunde wieder nach Draußen auf die Straße entschlüpfte. Und auch bei der Haustür, in die man ja wollte, musste man den großen immer etwas wegschubsen. Naja, eher wegdrücken. Egal, wir waren drin im Haus.

Ben und mit stellte sich dann natürlich die Frage wie wir da jeden Tag raus und rein kommen sollten, ohne das einer der Hunde entwischte oder mit uns spielen wollte…Wir wollten das direkt am ersten Abend einmal testen, da wir sowieso noch ein paar Einkäufe machen mussten. Mir war die Lust am Rausgehen nach unserer ersten Begegnung mit den sehr anhänglichen Hunden sowieso vergangen, aber früher oder später mussten wir da ja raus- und gezwungenermaßen ja auch wieder rein. Nachdem wir es ein paar Mal erfolglos versuchten aus dem Tor hinauszugehen ohne die Hunde mit rauszulassen, fragten wir bei unserer Gastgeberin nach wie sie das denn machte und ob es da einen Trick gibt. Sie meinte „Ist aber ein bisschen gefährlich“ Toll. Großes Kino. Aber schließlich kamen wir mit ihrer Hilfe raus, natürlich nicht ohne Hundesabber.  – Ins Tor rein kamen wir auch irgendwie. Doch da war ja noch die Haustür. Nach ein wenig Hängen und Drücken kamen wir schließlich rein ins Haus, ohne Hunde. 

Mir graute vor den kommenden Tagen. Die Hunde wollten unsere Aufmerksamkeit, spielen und so. Und der Boxer? Der kam zwar nicht so nahe, aber der knurrte dafür. Wirklich, ich fühlte mich super- NICHT. Am liebsten hätte ich sofort das Quartier gewechselt, aber dazu musste man ja auch wieder raus. Der nächste Tag kam. Wir mussten raus. Glücklicherweise musste unsere Gastgeberin (Nora) auch mit, das machte das ganze deutlich einfacher, weil sie ja auch wusste wie weit sie mit den Hunden gehen konnte. Nur alleine wieder reinkommen mussten wir wieder. Diesmal mussten wir Nora wieder rufen, weil wir die Hunde partout nicht aus der Haustür herausbekamen. 

Der nächste Morgen. Wir mussten wieder alleine raus. Das war wirklich nicht einfach. Ich schwitzend neben Ben, der vom „Kalb“ weiter begutachtet wurde, mit allen Mitteln versteht sich. Irgendwie kam ich raus. Ben noch drin. Okay, dann hat er mir erstmal den Rucksack rüber gereicht, denn mit, wäre der Schlitz zu groß für die Hunde gewesen. Ich versuchte die Hunde abzulenken und irgendwann gelang es. Ich hatte für einen kleinen Augenblick Ihre Aufmerksamkeit und Ben konnte durchs Tor. Auf dem Rückweg begannen wir bereits beim Einbiegen in unsere Straße mit Stoßgebeten. Das wir da irgendwie reinkommen, möglichst ohne vom Boxer angegriffen und von dem Riesenhund bedrängt zu werden. Und als wir ankamen, sahen wir keinen Hund. So schnell und so leise wie möglich kamen wir rein und da sah ich das „Kalb“ schon auf uns zurennen. Er hatte uns entdeckt. Ich huschte direkt in die Haustür und Ben versuchte so schnell wie es irgendwie das Tor abzuschließen und ohne Hund hinter der Haustür zu verschwinden. Wie auch immer, Ben war tatsächlich schneller als der Hund. Wow. Nun steht uns noch die Abreise bevor. Aber da planen wir wieder mit Nora zu gehen. Weil wir uns das wirklich nicht ausmalen wollte: 2 Rucksäcke, keinen Notfallplan (da Nora ja morgens zur Arbeit muss) und diese zwei Hunde. 

PS: Gerne würden wir euch ein Bild von den Beiden zeigen, aber wir haben noch keine Ahnung wie wir das Foto aufnehmen sollen, deshalb wird das vielleicht nachgereicht, vielleicht aber auch nicht 😉 

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