Ein Jahr ohne Wohnung

Es ist Mai 2017. Wir haben die letzten Kisten im Keller meiner Schwiegereltern verstaut. Die Koffer gepackt für die kommenden 3,5 Monate im Balkan. In unseren Händen die One-Way Tickets nach Budapest. Vor uns liegen unglaublich spannende und wunderschöne Momente.

Wir wissen, es wird ein Abenteuer. Das ständige Unterwegs-Sein. Das Ankommen. Auspacken. Einpacken. Weiterziehen. Das Eintauchen in fremde Kulturen und Sprachen. Und das war es wirklich. Ich erinnere mich voller Genuss an die ersten roten und süßen Kirschen in Balatonfüred. Mitten im Mai am Balaton. Eine spannende Zugfahrt quer durch Serbien und Montenegro. Die atemberaubende Landschaft an der Küste von Kotor in Montenegro. Über den wunderschönen See Ohrid, Kosovo ins mich begeisternde Albanien. Und nach dreieinhalb Monaten Reisen ging es für meinen Mann und mich nach Oberösterreich. Zur Bibelschule. Und ja, da waren wir ein wenig sesshafter. Da wurden die Koffer nicht ganz so oft aus- und wieder eingepackt. Und eigentlich sollte nach diesem halben Jahr auch Schluss sein. Doch wie das im Leben so ist. Und so kehrten wir zurück. Nach Familienbesuchen, einem kurzen Zwischenstopp im Skigebiet in Frankreich. Zurück nach Österreich. Dann nach Rumänien. Und wieder zurück ans Schloss. Einpacken. Auspacken. Und nun wieder Einpacken.

Jetzt ist Mai 2018. Wieder sitzen wir auf gepackten Koffern. Oder sollte ich sagen: Immer noch. Doch diesmal warten sie darauf ausgepackt zu werden. Nicht nur für ein paar Tage oder Wochen. Die Koffer warten darauf in der neuen Wohnung ausgepackt zu werden. Ein Zu Hause zu finden. Auf irgendeinem Kleiderschrank. Anzukommen. Bis dahin werden sie im Juni aber nochmal den Weg nach Albanien finden. Vier Wochen Albanien. In ein Land, welches ich lieb gewonnen habe. Eine Reise für die ich von Herzen gern nocheinmal Koffer ein- und auspacke. Bevor sie, wenigstens für die nächsten Monate, in Ruhe auf dem Kleiderschrank liegen dürfen. Und wir als Familie ankommen dürfen. Ankommen in einer Wohnung, was zu unserem zu Hause werden wird.

Und auch wenn ich gerne Neues sehe und entdecke, so freue ich mich aufs Ankommen. Auf ein zu Hause. Auf das Abenteuer Familie, was uns dann erwartet. Und ich glaube, ich werde überrascht sein, was wir alles in unseren Kisten finden werden. Die dann über ein Jahr im Keller gestanden haben. Es wird spannend.

Gepackte Koffer

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